Mitteldeutsche-Zeitung vom 22.05.2007

Strahlensatz für neuen Nachwuchs

Billard-Club weiht neues Vereinsheim mit vielen Ideen zur Mitgliedergewinnung ein - 7 000 Euro investiert


MZ-Foto Chris Wohlfeld Jochen Matthies der Präsident des Kreissportbundes, eröffnete die kleine Einweihungsfeier des Billard-Clubs im neuen Vereinsheim am Ditfurter Weg mit seinen ersten Stößen überhaupt. der Verein hofft nun auf neue Mitglieder

Von D e t l e f A n d e r s

Quedlinburg/MZ. "Vier Mal umgezogen, das ist definitiv wie abgebrannt." Frank Schmidt, der Vorsitzende des Quedlinburger Billard-Clubs muss es wissen. In den letzten 14 Jahren musste der Quedlinburger Sportverein sein Domizil so oft wechseln, wie wohl kein anderer Verein. Nach dem der Billard-Club 1993 im Gildehaus "Zur Rose" gegründet wurde, suchte er sich aus Kostengründen in der damaligen Juba im Neuendorf eine eigene Spielstätte. Als die Sportler die Räume auf eigene Kosten ausgebaut hatten, folgte die Pleite der Juba und nach nicht ganz drei Jahren der Umzug in den Kaiserhof. Von dort aus ging es in die verwinkelten Ex-Wohnungen in der ehemaligen Kaserne in der Gneisenau-Straße, die nun abgerissen wurden.

Am Sonnabend wurde nun das neue Vereinsheim in der früheren Kantine des VEG "August Bebel" an der Ecke Oeringer Straße / Ditfurter Weg feierlich eingeweiht. Beim symbolischen "Anstoßen" der ersten Billard-Kugeln durch Jochen Matthies, Präsidenten des Kreissportbundes Quedlinburg musste der Gast erkennen, dass Billard nicht so einfach ist, wie es aussieht. Der erste Stoß war zu zaghaft und der zweite ging, wohl abgelenkt vom Blitzlichtgewitter, gleich ganz daneben. Aber vielleicht nutzt er ja noch die Möglichkeit zum Schnuppertraining im Verein. Matthies zeigte sich vor allem von der Tatkraft der Vereinsmitglieder beeindruckt, die die Räume in Eigeninitiative und mit Hilfe von Sponsoren hergerichtet haben. "Ich wünsche Euch viel Freude beim Sport und der Gemeinschaftspflege", gab er den 24 Mitgliedern mit auf den Weg.

Offene Tür des Sports?

Wie Frank Schmidt und sein Vize, Stefan Behrendt, berichteten, sind derzeit fünf Jugendliche Mitglieder im Verein. Sie können in zwei Gruppen montags, dienstags, donnerstags und freitags trainieren.

Um noch mehr Kinder und Jugendliche anzulocken, wollen die Sportler einen Projekttag am Gymnasium anbieten, sich an den Kreis-, Kinder- und Jugendspielen beteiligen und haben die Idee, Physiklehrer einzuladen, damit Billard vielleicht mit Hilfe von Strahlensatz und Winkeln Einzug in den Unterricht der Kreisstadt-Schulen hält. "Vielleicht könnte der Kreissportbund ja einen Tag der offenen Vereine durchführen." gab Frank Schmidt eine Weitere Idee an Jochen Matthies weiter.

Bisher hat der Verein 7 000 Euro in die Renovierung der Räume, Fliesen und Teppich und Bodenbelag sowie Inventar investiert beziehungsweise von Sponsoren in Form von Sachleistungen erhalten.

Doch eine große Sorgenfalte haben Schmidt, Behrendt und die Anderen noch auf der Stirn - dann, wenn sie an die fehlende Heizung denken. "2 500 Euro sind noch für einen Ofen und die Schornstein-Verrohrung nötig", erklärte Frank Schmidt, der nach einer Absage von Lotto-Toto nun auf die Hilfe der Ostdeutschen Sparkassen-Stiftung hofft. "Doch die entscheiden leider erst im vierten Quartal." Eigentlich hatten die Vereinsmitglieder gehofft, mit einem Vier-KW-Baumarkt-Ofen für 249 Euro auszukommen, doch der Schornsteinfeger nannte "ab 15 Kilowatt aufwärts" als Richtlinie. Das Holz liegt schon, zum Glück haben wir es noch nicht benötigt, bestätigte Schmidt mit grimmigem Blick angesichts der Mehrausgaben.

Laterne noch abgeben?

Mit den verbesserten Trainingsbedingungen sollen sich nun auch die sportlichen Erfolge wieder einstellen. Das fehlende Training hatte sich in der laufenden Oberliga-Saison schmerzlich bemerkbar gemacht. Die Quedlinburger sind Tabellenletzter. Vielleicht können sie ja in den beiden letzten Spielen in den neuen Räumen die rote Laterne noch abgeben.

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